Aktuelles

Bericht November 2009

Wie sieht die Situation des Vereins pro filia im November 2009 aus?
Im November 2008 haben wir pro filia gegründet, d.h. der Verein ist ein Jahr alt!! Und wir zählen jetzt bereits 39 Mitglieder! Zusätzlich gibt es InteressentInnen, die spenden oder mitarbeiten.
Der Kooperationsvertrag von pro filia und MAITI Nepal wurde am 12.10.2009 in Kathmandu unterschrieben (vgl. Foto im Anhang!) und die vereinbarte Summe für das erste halbe Jahr der Zusammenarbeit überwiesen. Nun beginnt das Sammeln für das zweite Projektjahr!

Womit beschäftigen wir uns zurzeit konkret bei pro filia?
Wie vereinbart trafen wir uns am 12.10.2009 in den Gebäuden von MAITI Nepal in Kathmandu, um den vorher bereits gemeinsam abgestimmten Kooperationsvertrag zu unterschreiben und die Aktivitäten von MAITI vor Ort kennen zu lernen - eine Klinik, ein Säuglingsheim, eine Schule mit 300 SchülerInnen, ein Rehabilitationszentrum für junge Mädchen und Frauen und eine Nähwerkstatt, in der junge Frauen eine Ausbildung erhalten und auch selbst hergestellten Schmuck verkaufen. Wir waren beeindruckt vom Engagement und der Kompetenz der MitarbeiterInnen und der Solidität und hohen Qualität der Angebote.

Am nächsten Tag stellte uns MAITI eine leitende Mitarbeiterin zur Verfügung, die mit uns zu „unserem“ Schutzhaus an die indische Grenze fuhr - nicht nach Biratnagar, wie ursprünglich geplant, sondern nach Bhairahawa, weil hier dringender Unterstützung benötigt wurde, um bereits Aufgebautes nicht einstellen zu müssen. Nach anstrengender siebenstündiger Fahrt über holprigste Straßen, aber durch wunderschöne Landschaften den Himalaya hinunter in den tropischen Süden Nepals konnten wir das dortige Schutzhaus (vgl. Foto 2) besichtigen, das durch unsere Hilfe seine Aktivitäten fortführen kann. Wir wurden zusammen mit der Leiterin des Hauses vom Distrikt-Gouverneur empfangen, der uns noch einmal das Drama der Mädchen schilderte und gerade die präventiven Angebote des Schutzhauses und von MAITI allgemein würdigte, die den Mädchen Hilfe zur Selbsthilfe bieten.

Zusammen mit der Leiterin „unseres“ Schutzhauses fuhren wir dann direkt an die indische Grenze und trafen die Grenzbeobachterinnen (Borderguards), die - ausgebildet von MAITI - dort ihnen auffällig erscheinende Mädchen vor ihrem Grenzübergang ansprechen und ihnen die Gefahren nach Grenzübertritt - fast immer enden die Mädchen im indischen Bordell - und die Hilfsmöglichkeiten des Schutzhauses verdeutlichen. Ein angehängtes Foto zeigt die Grenzbeobachterinnen bei einem Gespräch.

Wir erfuhren auch von den MAITI-Aufklärungskampagnen im gesamten Grenzdistrikt, in dem Bhairahawa liegt, von der auch aufsuchenden Arbeit des Teams des Schutzhauses in Bars und Restaurants, in denen immer wieder junge Mädchen mit dem angeblich in reichen indischen Haushalten leicht und schnell verdienten Geld gelockt werden und dann in Bordellen landen….Wir waren beeindruckt von dem über die Jahre mit viel Engagement der Mitarbeiterinnen des Schutzhauses aufgebauten Netzwerk zwischen dem MAITI-Team, der lokalen Behörden, des Zolls und der wenigen sozialen Einrichtungen und erlebten die Anerkennung, die die MAITI-Aktivitäten fanden. Auch der oberste Zollinspektor an der indischen Grenze betonte die Wichtigkeit der Arbeit.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass das Aufgebaute in konkreter Gefahr war, aus Geldmangel eingestellt zu werden. Hier kann jetzt pro filia wirksame Unterstützung bieten - eine sehr sinnvolle Aufgabe.

Deutlich wurde der Geldmangel auch in der Einrichtung des Schutzhauses, die mit „karg“ noch sehr vorsichtig beschrieben ist. Der Wohnraum hat zum Beispiel als einzigen Einrichtungsgegenstand nur ein Fernsehgerät - kein einziges Möbelstück, kein Teppich, keine Kissen, keine weiteren Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung - und das für meist traumatisierte Mädchen, die neben einem sicheren Ort - den sie hier finden - auch einen Platz benötigen, an dem sie sich einigermaßen wohlfühlen und an dem sie sich aktiv beschäftigen können. Frühere Ausbildungsangebote mussten aus Geldmangel auch bereits eingestellt werden.

Und hier möchten wir von pro filia im ersten Jahr zusätzlich zur anteiligen Grundfinanzierung des Hauses Hilfe leisten, indem wir Extrageldspenden für die Einrichtung des Wohnraums sammeln wie Kissen, Regal, Bücher, Papier und Stifte, PC und auch für Personalkosten, um einige Ausbildungskurse zur Verfügung stellen zu können. Wir sind gerade dabei, zusammen mit MAITI ein Konzept dafür zu erstellen und freuen uns über jeden Euro, der uns dazu auf unser Konto 808 256 500 bei der Volksbank Münster, BLZ 401 600 50, überwiesen wird!

Wie geht es weiter?
Unsere nächsten Ziele sind:
– die Arbeit des Schutzhauses in Bhairahawa insgesamt adäquat zu begleiten und finanziell zu unterstützen
– den uns zur Zeit möglichen Finanzierunganteil von ca. 35% weiter zu erhöhen, weil nicht klar ist, wie lange MAITI selbst die übrigen Kosten noch finanzieren kann
– den Wohnraum der Mädchen und jungen Frauen so einzurichten, dass sie sich wohl fühlen und eigene Aktivitäten entwickeln können
– den Mädchen Ausbildungsangebote zu ermöglichen
– durch intensive Öffentlichkeitsarbeit bei uns weiter das Bewusstsein für die beschriebene Problematik zu schärfen
– noch mehr UnterstützerInnen zu gewinnen, die Mitglieder werden, spenden oder mitarbeiten, um die obigen Ziele erreichen zu können.
– Außerdem wollen wir unsere Website weiter entwickeln und unter anderem dort den jeweils aktuellen Stand unseres Nepal-Projekts darstellen.

Wann kommt der nächste Zwischenbericht?
Im ersten Quartal 2010 werde ich weiter berichten!

10.11.2009 Johanne Feldkamp