Aktuelles

pro filia-Jahresbericht 2019

 

1.Einleitung

2019 hat pro filia ein zusätzliches Angebot aufgebaut  -  ein Heim für alleinstehende schwangere Mädchen/Frauen und Mütter mit ihren Säuglingen. Die Aufgenommenen waren vorrangig Opfer von Mädchenhandel, Vergewaltigung oder häuslicher Gewalt.

Beim Besuch unserer Projekte in Nepal Ende 2018 trafen wir im Schutzhaus auf eine 15jährige, die nach einer Vergewaltigung schwanger war und nicht wusste, wie es für sie weitergehen sollte. Zusammen mit unserer Partnerorganisation vor Ort, MAITI Nepal, beschlossen wir, so schnell wie möglich ein Hilfsangebot für diese verletzliche und doch so vernachlässigte Personengruppe aufzubauen. Im April konnte dann die erste schwangere Frau, eine 16jährige, im Heim in Kathmandu aufgenommen werden  -  im Verlaufe des Jahres 2019 wurden es 10 junge Mütter und 11 Babys. In der Projektbeschreibung wird das Heim unter Punkt 4. ausführlich dargestellt.

 Mother and baby in the new home in Kathmandu
Mutter und Baby im neuen Heim in Kathmandu

Die Zahl unserer Hilfsprojekte in Nepal hat seit 11 Jahren kontinuierlich zugenommen. Es gibt so viel Sinnvolles in Nepal zu leisten. Aber das dafür notwendige Geld muss erst einmal eingesammelt werden  -  mit vielen Aktionen auf ehrenamtlicher Basis. Wir hoffen auf weitere Mitglieder und SpenderInnen, um die gesamte Arbeit leisten zu können. Aber wir sind sehr glücklich mit dem bisher Erreichten und danken allen UnterstützerInnen von ganzem Herzen.

 

2. Das Problem Mädchenhandel

In vielen Gegenden Nepals haben Mädchen seit Hunderten von Jahren fast keinen Wert. Sie kosten Geld, bei der meist frühen (Zwangs-)Heirat wird eine Mitgift erwartet, Töchter arbeiten dann im Haushalt des Mannes und versorgen dessen Eltern und nicht die eigenen. Häufig werden sie Opfer von häuslicher Gewalt und Vergewaltigungen. 

Und nepalesische Mädchen werden massenhaft versklavt:  Jährlich werden etwa 12.-15.000 Mädchen in indische Bordelle oder die Emirate verkauft und sexuell ausgebeutet. Sie sind oft erst zwischen 12 und 16 Jahre alt. Die überwiegende Zahl überlebt diese Zeit nicht – die Mädchen sterben an den Folgen von Gewalt, Drogen und Krankheiten wie Aids, Hepatitis etc.! Wegen ihrer oft hellen Hautfarbe gelten Nepalesinnen in Indien als besonders schön. Außerdem gibt es in Indien einen zunehmenden Frauenmangel.  Mädchen werden dort häufig abgetrieben oder direkt nach der Geburt getötet. 

Manche Mädchen werden aus dem Bordell befreit – z.B. durch ein von unserer nepalesischen Partnerorganisation MAITI in Indien aufgebautes Hilfsnetzwerk! Diese Mädchen unterstützt pro filia – denn die Eltern nehmen sie häufig nicht zurück. Und pro filia trägt vor allem dazu bei, für viele Mädchen den Verkauf ganz zu verhindern! Durch die von pro filia in Nepal finanzierten Projekte erhalten zurzeit jährlich rund 2.000 Mädchen und junge Frauen die Chance auf ein menschenwürdiges Leben.

 

3. Zusammenarbeit mit anderen NGOs in Nepal

Nach wie vor ist unsere Hauptansprechpartnerin in Nepal Maiti – eine NGO (Nichtregierungsorganisation), die seit 1993 besteht und als Zielgruppe Mädchen betreut, die aus Bordellen befreit werden konnten oder in Gefahr sind, in Bordelle verkauft zu werden. Wir stehen in ständigem Mailkontakt mit den dortigen MitarbeiterInnen und planen gemeinsam notwendige (Um-) Steuerungsmaßnahmen. Wir erhalten bis zum 15.2. einen detaillierten Bericht über jedes Projekt und die Finanzen des Vorjahres. Bei unseren regelmäßigen Besuchen begleitet uns ein MAITI-Mitarbeiter, der uns vor Ort Fragen beantwortet und für die Übersetzungen von der englischen in die nepalesische Sprache und umgekehrt sorgt. So sind ausführliche Gespräche sowohl mit MitarbeiterInnen als auch mit geretteten Mädchen möglich.

MAITI premises in Kathmandu
MAITI-Gelände in Kathmandu

Neu dazu gekommen als Kooperationspartner ist die NGO INF (International Nepal Fellowship)  -  ein Träger, der seit den fünfziger Jahren Krankenhäuser in Nepal vorhält. Wir haben mit dem Geschäftsführer des INF verhandelt, dass 2020 in einem ihrer Krankenhäuser in Pokhara für einige  gerettete jungen Frauen eine Ausbildung zur Krankenschwesternhelferin angeboten werden wird.

 

4. Die pro filia-Projekte in Nepal

Projekt 1: Aufklärungskampagnen und Aufbau von Hilfsnetzwerken

Ziele dieses Projekts sind,

  • Menschen über die drohenden Gefahren der Versklavung aufzuklären bei scheinbar attraktiven Jobangeboten oder Heiratsversprechen.
  • die Wiedereingliederung überlebender Mädchen zu verbessern, die bisher auf viel Ablehnung stoßen.
  • ein Hilfsnetzwerk für Mädchen aufzubauen.

Verwandte Methoden sind unter anderem Gesprächsrunden in Dörfern an Markttagen, Straßentheater zum Thema Mädchenhandel, Demonstrationen für Mädchen- und Frauenrechte, Information von SchülerInnen und Schulung von Schlüsselpersonen wie Soldaten und PolizistInnen!

Awareness campaigns  Awareness campaigns
Aufklärungskampagnen

Training of policemen and policewomen  March against sex trafficking
Schulung von Polizisten
            Demonstration gegen Mädchenhandel

Durchgeführt werden die Kampagnen auch unter Beteiligung junger Frauen, die   -  inzwischen bei MAITI angestellt  -  selbst Überlebende von häuslicher Gewalt oder Mädchenhandel sind oder noch rechtzeitig davor bewahrt werden konnten. Durch die Aufklärungskampagnen werden also auch Arbeitsplätze für gerettete junge Frauen geschaffen.

Ergebnisse 2019 in den Einzugsgebieten von Pashupatinagar und Itahari:

  • Mit Tür-zu Tür-Aufklärung, Informationsveranstaltungen zu Mädchenhandel und Hilfsmöglichkeiten wurden an Markttagen in mehreren Dörfern viele Menschen erreicht.
  • Über Straßentheater wurden ca. 300 Personen über die Gefahren von Mädchenhandel aufgeklärt. 
  • Es wurden 80 Soldaten und PolizistInnen zum Thema Mädchenhandel und Hilfsmöglichkeiten geschult.
  • 330  SchülerInnen, StudentInnen  und LehrerInnen wurden aufgeklärt über Menschenhandel, Hilfsnetzwerke und Schutzmöglichkeiten.
  • 140 Schlüsselpersonen wie neu gewählte PolitikerInnen, JournalistInnen, BehördenmitarbeiterInnen  wurden über das Thema informiert.
  • Am Internationalen Frauentag wurden 435 Frauen über ihre Rechte aufgeklärt.
  • An 16 Informationstagen wurden 130 TeilnehmerInnen zum Thema Gewalt gegen Frauen und Hilfsmöglichkeiten geschult.

 

Projekt 2: Grenzbeobachterinnen

Grenzbeobachterinnen sind meist gerettete junge Frauen, die von MAITI ausgebildet wurden und einen Arbeitsplatz direkt an belebten Grenzübergängen nach Indien erhalten. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrung sprechen sie ihnen als gefährdet erscheinende Mädchen direkt an und bieten als sofortigen Zufluchtsort das Schutzhaus an.

Allein an der Grenze nach Indien in Pashupatinagar wurden 2019 insgesamt 4.736 Mädchen/junge Frauen angesprochen und außerdem rund 71.500 Autos, Rikschas etc. angehalten, überprüft und mit Informationen über die Gefahren von Versklavung versorgt.

Unsere jetzt insgesamt 35 Grenzbeobachterinnen arbeiten an acht Grenzübergängen zu Indien. Jede von ihnen hält jährlich rund 50 junge Mädchen direkt an der indischen Grenze auf und vermittelt sie z.B. in ein MAITI-Schutzhaus oder vermittelt ihre Rückkehr in ihr Zuhause. Mit den jetzt von pro filia finanzierten Stellen erhalten also jedes Jahr ca. 1.750 Mädchen die Chance auf ein menschenwürdiges Leben.  

Border guards interview young girls to be brought across the border into India  Border guards interview young girls to be brought across the border into India
Grenzbeobachterinnen befragen junge Mädchen, die über die Grenze nach Indien gebracht werden

Bei unseren Projektbesuchen bewundern wir jedes Mal, wie selbstbewusst und mit welcher Autorität die Grenzbeobachterinnen auf Rikschas und Autos zugehen, in denen ein gefährdetes Mädchen sitzen könnte. Sie lassen sich vom Fahrer die Papiere zeigen und holen auch Mädchen aus den Fahrzeugen. Es wird auch versucht, Angaben telefonisch zu überprüfen. Die Grenzpolizei ist dabei immer in Sichtweite  -  eine schwere Arbeit in lauter, staubiger und wuseliger Atmosphäre.

2019 wurde zusätzlich ein Beobachtungsposten an der Autostraße eingerichtet, die von Dhulikhel in Nepals Osten und nach Indien führt. Hier wurden von Maiti-Vertreterinnen in Zusammenarbeit mit der Autobahnpolizei

  • 8520 Autos überprüft
  • 588 Beratungen zu Mädchenhandel und Hilfsangeboten durchgeführt
  • 40 Junge Mädchen zu ihren Familien zurückgebracht
  • 16 bei Maiti in Kathmandu aufgenommen
  • von 35 als vermisst gemeldeten Mädchen 14 gefunden.

 

Projekt 3: Das Schutzhaus Pashupatinagar

Schutzhäuser bieten gefährdeten Mädchen direkt an der Grenze sofortige Hilfe und sind auch oft der erste Zufluchtsort für die Mädchen, die aus indischen Bordellen befreit werden konnten. Auch bei Fällen häuslicher Gewalt oder nach Vergewaltigungen finden Mädchen und Frauen hier Unterstützung.

The  Pashupatinagar transit home  Photos of missing girls in the transit home
Das Schutzhaus in Pashupatinagar     Fotos vermisster Mädchen im Schutzhaus

Ergebnisse 2019 für das Schutzhaus Pashupatinagar:

  • Das Schutzhaus Pashupatinagar bietet Platz für den Aufenthalt von parallel 20 Mädchen/ jungen Frauen, die manchmal nur sehr kurz bleiben, manchmal für längere Zeit - je nach Bedarf. Es wird Kontakt mit den Eltern aufgenommen, wenn die Mädchen den Wunsch äußern. In Familiengesprächen wird dann geklärt, ob das Mädchen nach Hause zurückkehrt oder z.B. in ein Reha-Heim verlegt wird.
  • Das Schutzhaus intervenierte 2019 erfolgreich bei insgesamt 327 Mädchen/junge Frauen – die Jüngste war 11 Jahre alt – und bewahrte sie damit vor der Gefahr, verkauft zu werden. 
  • 250 von ihnen konnten direkt nach Hause zurückgebracht werden.
  • 2019 wurden vom Schutzhaus 31 vermisste Mädchen gesucht, von denen MAITI 10 ausfindig machen und nach Hause zurückbringen konnte.
  • Das Schutzhaus ist auch der zentrale Ansprechpartner bei weiteren Gewalttaten gegen Mädchen/junge Frauen dar – z. B. bei häuslicher Gewalt. In Gesprächen mit allen Beteiligten wird dann nach Lösungen gesucht und auch oft gefunden.

Wie im letzten Jahresbericht berichtet, waren wir bei unserem Besuch im November 2018 sehr betroffen vom Schicksal eines 15jährigen Mädchens. Sie war nach einer Vergewaltigung schwanger geworden und lebte erst einmal im Schutzhaus. Wie es weitergehen sollte, wusste niemand! Traumatisiert und ohne Hilfsangebote für alleinstehende Mütter sah ihre Zukunft düster aus. Wie versorgt eine Mutter ihr Kind und sich nach der Geburt? Ohne Ausbildung und Arbeitsplatz ist die Aussicht sehr groß, dass sie sich prostituieren muss oder sich verführen lässt von vermeintlich attraktiven Jobangeboten in Indien  -  und dann in einem Bordell landet. Uns war sofort klar – hier wollten wir helfen. Zusammen mit unserer Partnerorganisation haben wir in einem wenig genutzten Haus auf dem MAITI-Areal in Kathmandu ein Mutter-Baby-Heim eingerichtet, das im Mai 2019 eröffnet werden konnte. Details dazu werden weiter unten als Projekt 5 beschrieben.


Projekt 4: Das Reha-Heim Itahari

Gerettete Mädchen, die nicht nach Hause zurückkehren können oder wollen, vor häuslicher Gewalt fliehen, vergewaltigt wurden oder unter extremer Armut leiden, werden auf Wunsch in ein MAITI-Reha-Heim verlegt. Hier werden sie auf ein selbständiges Leben vorbereitet und nehmen an beruflichen Trainings teil. Es gibt Kurse z.B. zu moderner Landwirtschaft, zur Hotelköchin, zur Schneiderin, zur Friseurin etc.!

The Itahari Rehabilitation home   Discussion group at the home during our last visit
Das Reha-Heim Itahari       Gesprächsrunde im Reha-Heim bei unserem letzten Besuch

Apprenticeship as a tailor  Apprenticeship as a tailor
Ausbildung zur Schneiderin

Diploma awarding  Group portrait at completion of training
Aushändigen der Abschlusszertifikate   Gruppenbild zum Ausbildungsabschluss

Ergebnisse 2019:

  • 2019 wurden 36 Mädchen/junge Frauen im Reha-Heim für jeweils ein halbes Jahr betreut. Sie beginnen, lesen, schreiben und rechnen zu lernen und durchlaufen berufliche Trainings. Sie erhalten auch viele Informationen ihren zukünftigen Alltag betreffend  -  wie z.B. Schutz vor HIV, Gefahren früher Heirat, Geburtenkontrolle, Frauenrechte, Hilfsmöglichkeiten und Schutz gegen Menschenhandel.
  • 32 der 36 Mädchen/jungen Frauen beendeten ihre Ausbildung regulär.
  • Drei der jungen Frauen waren vergewaltigt worden, 9 Opfer häuslicher Gewalt.
  • Von 26 als vermisst gemeldeten Mädchen konnten 5 gefunden werden.
  • Bei kriminellem Geschehen wie Vergewaltigung, Mädchenhandel etc. wird Anzeige erstattet. 

 

Projekt 5: Heim für alleinstehende Mütter und ihre Babys

 Das Mutter-Baby-Heim nimmt alleinstehende schwangere Mädchen und Frauen auf, von denen die meisten Opfer von Menschenhandel, Vergewaltigung oder häuslicher Gewalt wurden. Sie können hier 12-18 Monate bleiben, werden während der Schwangerschaft, der Geburt und im ersten Lebensjahr des Babys psychisch und physisch betreut und erhalten auf Wunsch eine Ausbildung und Unterstützung bei der Suche nach einem Arbeitsplatz. Das Heim nahm im Mai 2019 seine Arbeit mit jeweils 10 Plätzen für Mütter und Babys auf. 

 Für die Zielgruppe alleinstehender Mütter und neugeborener Kinder gibt es in Nepal so gut wie kein Hilfsangebot. Und auch wenn unser Heim vorerst nur 10 Plätze umfasst, ist es doch auch ein Symbol dafür, dass diese sehr verletzliche Personengruppe dringend Unterstützung benötigt! Wie soll eine alleinstehende Mutter für sich und ihr Kind nach der Geburt sorgen? Traumatisiert nach Vergewaltigung, oft verlassen von der Familie und ohne Ausbildung oder Arbeitsplatz bleibt ihnen oft nichts anderes als zu betteln oder sich zu prostituieren  -  und das Elend geht von Generation zu Generation weiter! pro filia entschied sich, für so viele alleinstehende Mütter mit ihren Babys wie es  uns finanziell möglich ist, diesen Kreislauf zu stoppen und ein Heim für diese Personengruppe aufzubauen:

Mother-and-Baby Home in Kathmandu  Mother-and-Baby Home in Kathmandu
Mutter-Baby-Heim in Kathmandu

The young women also give each other support  Baby massage in the garden
Die jungen Frauen stützen sich auch gegenseitig    Babymassage im Garten


A mother taking her 14 year old daughter and her new grandchild back home  Nurse in the Mother and Baby Home
Eine Mutter holt ihre 14jährige Tochter  Krankenschwester im Mutter-Baby-Heimdas
und Enkelkind zurück nach Hause

MAITI hat uns dafür Räumlichkeiten in einem Haus auf ihrem Gelände in Kathmandu zur Verfügung gestellt und ab April 2019 wurden die ersten 10 alleinstehenden schwangeren Mädchen/Frauen und Mütter und ihre neugeborenen Babys aufgenommen! Die Jüngste ist 14 Jahr alt  -  schwanger nach Vergewaltigung durch ihren Onkel. Die jungen Frauen benötigen viel medizinische Behandlung aufgrund schwerer gesundheitlicher Komplikationen  -  wie auch häufig die neugeborenen Babys. Ein kleiner Junge wurde z.B. allein von seiner Mutter allein in einem heruntergekommenen Zimmer zur Welt gebracht und erkrankte an einer Blutvergiftung. Von der Polizei zu MAITI in unser Heim gebracht, erfolgte wegen Lebensgefahr eine sofortige Verlegung auf die Kinderintensivstation in Kathmandu. Das Neugeborene überlebte  -  beide wohnen jetzt in unserem Heim.

Die jungen Mütter äußern immer wieder große Dankbarkeit darüber, für eine Zeit in Sicherheit zu leben, regelmäßig zu essen zu haben, sich mit anderen Betroffenen austauschen zu können und medizinisch versorgt zu werden! Deutlich wird auch, dass manche der jungen Mütter nach den oft unvorstellbaren Vorgeschichten ihr Baby nicht annehmen können und Angst vor der Stigmatisierung als alleinstehende Mutter haben  -  in Nepal eine berechtigte Angst. Hier braucht es viel Zeit, um zufriedenstellende Lösungen für Mutter und Kind zu finden  -  gemeinsam oder manchmal auch getrennt. Ziel ist dabei immer, dass beide die Chance auf ein menschenwürdiges Leben erhalten.

Einige Mütter wissen genau, was sie in Anschluss an den Heimaufenthalt machen wollen, andere gar nicht. Den meisten haben anfangs nicht die Energie, in dieser schwierigen Situation  -  sehr jung, alleinerziehend, traumatisiert  -  bald nach der Geburt an eine Ausbildung zu denken. Hier warten wir ab, wie die Entwicklung aussieht, wenn das Baby älter als 6 Monate ist und die Mutter sich hoffentlich zunehmend erholt hat. Zum Glück gibt unser Konzept einen großzügigen Zeitrahmen vor.

Die meisten jungen Mütter wünschen sich, zu ihrer Familie zurückkehren zu können. MAITI vermittelt dann und erreichte 2019 auch in 5 Fällen, dass die Familie ihre Tochter zusammen mit ihrem Baby nach Hause zurückholte  -  versehen mit der Telefonnummer von MAITI für den Notfall. Und auch MAITI nimmt nach der Entlassung mehrfach Kontakt auf, um sich über die Lebensumstände von Mutter und Kind zu informieren und in schwierigen Situationen gemeinsam Lösungen zu finden.

 

Projekt 6: Ausbildungsangebote

Inzwischen finanziert pro filia eine Reihe von Ausbildungen für gefährdete und gerettete Mädchen und junge Frauen. Wie schon beschrieben, werden im Reha-Heim Itahari bereits seit längerer Zeit jährlich ca. 35-40 gerettete junge Mädchen/Frauen ausgebildet  -  z.B. zur Schneiderin, Weberin, Köchin, Landwirtin, Friseurin, Taschenherstellerin. 

Um noch mehr Mädchen und jungen Frauen berufliche Perspektiven im eigenen Land zu ermöglichen und sie dadurch weniger verführbar zu machen für scheinbar attraktive Heiratsversprechen und Jobangebote in Indien durch Mädchenhändler, hat pro filia zusätzliche  Ausbildungsangebote entwickelt. Außerdem sollen nicht nur Ausbildungen in klassischen Frauenberufen, sondern auch berufliche Möglichkeiten geschaffen werden, die vielfältiger sind, mehr Einkommen versprechen und zu mehr Selbstbewusstsein führen.Projekt

6.1:  PC-Ausbildung

Seit 2013 finanziert pro filia Computer-Trainings. Das Programm wird zum einen präventiv angeboten: Mädchen aus prekären Familienverhältnissen werden durch diese Ausbildung geschützt vor einem Verkauf. Zum anderen bietet es auch geretteten jungen Frauen eine eigenständige Lebensperspektive. Die Kosten für die Einrichtung des dafür notwendigen PC-Trainingsraums, anstehende Reparaturen oder Käufe neuer Computer  werden von pro filia übernommen. Zusätzlich finden Wochenendtrainings statt für junge Mädchen ab 10 Jahren, um sie z.B. durch ein Malprogramm an PCs heranzuführen!

The PC-training center in Pashupatinagar and its headmistress, Rewati  tl_files/Aktuelles/Jahresbericht_2019/jb2019_023.jpg
Das PC-Ausbildungszentrum in Pashupatinagar und die Leiterin Rewati

2019 wurden 37 Mädchen/junge Frauen am Computer ausgebildet. Die Gruppe war sehr gemischt: Die jungen Frauen kamen  aus  unterschiedliche Kasten, waren alleinstehend, verheiratet oder geschieden und  einige hatten bereits Kinder.  Alle hatten ein schweres Leben  -  kamen aus großer Armut, erlebten massive Gewalt oder waren Überlebende von Verkaufs- oder Entführungssituationen.

Neben der Computerschulung erhielten sie auch eine Fortbildung zum Thema Mädchenhandel und Hilfsmöglichkeiten, um z.B. in ihren Dörfern andere Mädchen über die Gefahren aufzuklären.

Projekt 6.2: Ausbildung zur Pilzfarmerin

21 Mädchen/junge Frauen erhielten 2019 ein Training  zur Pilzfarmerin.

Training as a mushroom farmer
Ausbildung zur Pilzfarmerin

Projekt 6.3: Ausbildung im Gesundheitsbereich

 In vielen Gegenden Nepals mangelt es massiv an medizinischer Versorgung. Hier sehen wir eine berufliche Zukunft für junge Frauen. Diese Arbeit wäre nicht nur sehr anerkannt, sondern würde mit großer Wahrscheinlichkeit auch ein ausreichendes Einkommen für ein menschenwürdiges Leben garantieren.

 pro filia ist schon längere Zeit auf der Suche nach geeigneten Ausbildungsmöglichkeiten im Gesundheitsbereich. 2019 kam es dann zu Verhandlungen mit dem Geschäftsführer vom INF (International Nepal Fellowship)  -  einer der ältesten in Nepal tätigen NGOs. Der INF hält Krankenhäuser vor und ist bereit, in ihrem Krankenhaus in Pokhara zwei Ausbildungskurse zur Schwesternhelferin für je fünf gerettete junge Frauen durchzuführen. Sie erhalten auch eine Wohnmöglichkeit in einem Heim, das auf die Betreuung dieser Personengruppe spezialisiert ist. Die Egon-Schumacher-Stiftung hat pro filia das Geld für diese ersten Kurse  überwiesen. Das Programm beginnt im Frühjahr 2020!


Projekt 7: Schaffung von Arbeitsplätzen

Nach Beendigung der Ausbildung entstehen für viele junge Frauen immer wieder Probleme, einen Arbeitsplatz zu finden, der ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. Um hier hilfreiche Lösungen anzubieten, wurde mit MAITI ein Konzept zur Arbeitsplatzbeschaffung entwickelt. Neben der Unterstützung bei direkter Jobsuche sollen ausgebildete junge Frauen durch Anschubfinanzierungen die Chance erhalten, ein für ihren Lebensunterhalt ausreichendes Einkommen zu verdienen. 

Projekt 7.1: Schreibbüros

Beim Treffen mit MAITI Ende 2013 wurde beschlossen, an möglichst vielen Orten im Bezirk Ilam (Pashupatinagar) ein Schreibbüro aufzumachen, besetzt mit mindestens zwei jungen Frauen, die die PC-Ausbildung abgeschlossen haben. Dafür werden Orte ausgesucht, in denen dieses Angebot noch nicht vorhanden ist. Neben Dienstleistungen wie Briefe schreiben, Kopieren, Scannen und Internetzugang werden auch Informationen über Mädchenhandel und Schutzmöglichkeiten gegeben. Dadurch sollen noch mehr Menschen aufgeklärt und weitere Mädchen immunisiert werden gegen verführerisch klingende Eheversprechen und Stellenangebote z.B. in Indien. 

Bis jetzt konnten 8 Schreibbüros installiert werden, die sich sehr unterschiedlich entwickeln. Manche Büros haben sowohl das Personal als auch die Aufgaben stark ausgeweitet  -  bieten z.B. PC-Kurse für junge Mädchen an. Ein anderes ist zur Außenstelle des Schutzhauses geworden. In der sehr armen Gegend direkt an der indischen Grenze kommt es häufig zu Vergewaltigungen. Die EinwohnerInnen können nicht für die genutzte Computerarbeit zahlen. Das Schreib- und Beratungsbüro ist zu einer Anlaufstelle für Opfer von Vergewaltigungen geworden. Die beiden MitarbeiterInnen vermitteln sie dann in unser Schutzhaus. MAITI zahlt ihnen dafür ein kleines Gehalt. Ein weiteres Schreibbüro hält jetzt ein gemischtes Angebot für Frauen vor  -  neben Computerarbeit werden Näharbeiten erledigt, kosmetische Behandlungen angeboten und in einem kleinen Shop Drogerieprodukte verkauft. Insgesamt staunten wir über die vielen kreativen Ideen, die die jungen Frauen entwickeln und freuten uns darüber, dass in allen Büros aktiv gearbeitet wird und eigenes Geld verdient wird.

Typing office  Typing office
Schreibbüro

Besonders freut uns, dass  mehrere Schreibbüros Computertrainings für junge Mädchen anbieten  -   die Kompetenzen also weitergegeben werden.


Projekt 7.2:  Schneidereien

Von 2015 an wurde mit MAITI der Aufbau von Schneidereien geplant, in denen jeweils bis zu 6 junge Frauen beschäftigt sein sollten. Sie sind in sehr einfachen kleinen Räumen untergebracht, um die Mietkosten möglichst gering zu halten. pro filia bezahlte die Anschubfinanzierung mit dem Ziel, dass sich die Schneidereien nach etwa einem Jahr selbst tragen. Inzwischen gibt es an 10 Orten eine Schneiderei.

Auch hier ist die Entwicklung vielfältig: Die beteiligten Frauen versuchen zum Teil, durch weitere Angebote wie Schuhe und Deko-Objekte das kleine Geschäft zur Boutique zu machen. Andere arbeiten im bisherigen Team mit reinen Nähaufgaben weiter und kommen finanziell so gerade über die Runden. Mehrere Schneidereien haben sich stark vergrößert. 
Auch bei den Schneidereien kommt es bereits zu Schneeballeffekten  -  weitere junge Mädchen und Frauen werden ausgebildet und erhalten die Chance auf eigenes Einkommen. Genau diese Entwicklung entspricht unseren Hoffnungen und Zielen!

 

5. Geplante Projekte 2020

pro filia wird im Jahr 2020 die bisherigen Projekte weiter finanzieren:

  • Aufklärungskampagnen und Aufbau/Pflege von Hilfsnetzwerken in den Bezirken Ilam/Pashupatinagar, Bhairahawa und Itahari
  • Die Gehälter von 35 Grenzbeobachterinnen
  • Das Schutzhaus Pashupatinagar an der indischen Grenze zu Darjeeling
  • Das Reha-Heim Itahari
  • Das Mutter-Baby-Heim in Kathmandu
  • Die Ausbildungsangebote. Hier werden 2020 erstmals zusätzliche Ausbildungen im Gesundheitsbereich ermöglicht.
  • Unterstützung bei der Suche nach einen Arbeitsplatz oder Anschubfinanzierung für ein eigenes kleines "business".

 

6. Kooperationen

Neben der Kooperation mit MAITI Nepal und dem INF arbeitete pro filia auch 2019 mit dem SI (Soroptimist International)-Club Münster-Mauritz zusammen. Die Soroptimistinnen organisierten 2019 Flohmarktstände zu Gunsten von pro filia. Außerordentlich hilfreich war auch die große tatkräftige Unterstützung bei der Durchführung der Kunstauktion 2019 durch Soroptimistinnen! Begleitet wird die gemeinsame Arbeit durch regelmäßige Kooperationstreffen  -  2019 mit drei Sitzungen.

 

7. Aktivitäten 2019

2019 wurden wieder viele Aktionen durchgeführt, um das Thema "Mädchenhandel" weiter bekannt zu machen und neue Mitglieder und Spenden für unsere Projekte zu erhalten:

 7.1 Aktionen 2019 von pro filia:

  • Doppelkopfabende am 8.3 und am 15.11.2019 im Bunten Vogel, Münster: An diesen beiden sehr fröhlichen Spieleabenden kamen mehr als 1.000 € an Spenden zusammen!

Doppelkopf night in the
Doppelkopfabend im Bunten Vogel

  • Präsentation unserer Arbeit in Nepal am 2.4.2019 im Rotary Club Münster 1648:
    In Vorbereitung auf die Benefizgala auf der MS Günther ließen sich die Mitglieder des Clubs über die Arbeit von pro filia informieren und trafen die Entscheidung, ihre Sommergala zu Gunsten unseres Vereins durchzuführen.

Middle: Rotary president Stephan Kreuels     • The 5th art auction on April 4, 2019
Mitte: Rotary-Präsident Stephan Kreuels

  • Die 5. Kunstauktion am 7.4.2019
    39 Künstlerinnen und Künstler ließen im eigenen Namen und auf eigene Rechnung ihre Werke versteigern und spendeten freiwillig einen Betrag an pro filia.

Die diesjährige Auktion verlief äußerst erfolgreich: Mehrere Hundert BesucherInnen kamen, besichtigten die Kunstwerke und ersteigerten fast 85 % der Arbeiten!

Presentation of the artwork  Distribution of bidders‘ numbers
Präsentation der Kunstwerke        Ausgabe von Bieternummern
(Foto Chris Steinweg)

Auction room, FH Münster   Andrea Hansen auctioning
Auktionssaal in der FH Münster
        Andrea Hansen versteigert
(Foto Chris Steinweg)

Auction Café  Cash desk and pick-up of the artworks
Café                                     
Kasse und Abholung Kunstwerke


Eine Kunstauktion dieser Größenordnung durchzuführen, ist äußerst zeitintensiv! Es gelang durch die Unterstützung vieler SponsorInnen (Vgl. Punkt 7.4) und ehrenamtlicher UnterstützerInnen, denen wir aus ganzem Herzen für ihren Einsatz danken möchten.

  • Kreuzviertelfest Münster am 24./25.8.2019: Am Informationsstand auf dem Kreuzviertelfest konnten wir sechs neue Mitglieder gewinnen!

Kreuzviertelfest 2019: Standaufbau
Kreuzviertelfest 2019: Stand construction  Kreuzviertelfest 2019: Stand construction

Information about human trafficking
Aufklärung über Mädchenhandel

  • Die Steuerverwaltung NRW hat pro filia anerkannt für die Zuweisung von Geldauflagen bei Steuerstrafverfahren: 2019 wurden uns 2.500 € überwiesen!
  • Die Volksbank Münster spendete uns 4.500 € im Jahr 2019.
  • Nach unserem letzten Nepal-Besuch Ende 2018 haben die beiden Vorstandsmitglieder Ina Specht und Jan Sprünken 2019 ein rund 6minütiges pro filia Video darüber gedreht, das auf der pro filia-Homepage zu sehen ist.

7.2 Aktionen für pro filia

  • Zahlreiche Boule-Turniere, organisiert von Konrad Averbeck, erbrachten rund 2.080 Euro:

Boule at the back of Muenster castle on June 26, 2019
Boule hinter dem Schloss  am 26.6.2019

  • Geburtstag Ines Gummersbach: Sie sammelte 600 € für pro filia.
  • Silberhochzeit Fahlbusch: Zu diesem Anlass wurden rund 2.300 € an pro filia gespendet. 
  • Benezfizgala des Rotary Clubs Münster 1648 am 14.7.2019 auf der MS Günther: An diesem Abend wurden 8.200 € zu Gunsten von pro filia gesammelt und mehrere neue Mitglieder gewonnen! 

Rotary Club Münster 1648 Charity Night on July 14, 2019
Rotary Club Münster 1648 Benefiz-Veranstaltung am 14.7.2019
(Von links: Manfred Petermann, Andrea Benstein/beide Rotary, 
Mechthild Spener/pro filia, Niels Lange/Rotary)

  • Der 5. Yoga-Sommer, organisiert von leben & reisen:
    Yoga fand von Mitte Juni bis Mitte September jeden Freitag Nachmittag auf den Aasee-Wiesen statt und wurde von vielen Menschen genutzt. An manchen Treffen nahmen mehr als 40 InteressentInnen teil! Jede/r spendete ca. 5 €, die in vollem Umfang an pro filia weitergegeben wurden  -  Ilona Tertilt und Dagmar Merforth konnten anschließend rund 2.000 € überreichen! Die Yoga-LehrerInnen stellten ihre Arbeitszeit kostenlos zur Verfügung! 

Yoga Summer 2019
Yoga Sommer 2019

Handover of the donations
Übergabe der Spenden

  • Mit dem Verkauf von Büchern erzielten Tina Reuther und Isabelle Feix 5.000 €, die sie an pro filia überwiesen.
  • Die Egon-Schumacher-Stiftung spendete 2019 einen Betrag von 5.000 € an pro filia, mit denen Ausbildungen im Gesundheitsbereich finanziert werden.
  • Benefizgala von Frauen u(U)nternehmen am 22.11.2019 Anlässlich ihres 20 Jahre-Jubiläums richtete Frauen u(U)nternehmen eine Gala aus, deren Erlöse an pro filia gespendet wurden. Zu Beginn des fröhlichen Festes durften Mechthild Spener und Johanne Feldkamp die Arbeit von pro filia vorstellen. Es kamen 6.000 € an Spenden zusammen!

The host of the gala night - Andrea Hansen - questioning Mechthild Spener and Johanne Feldkamp about the work of pro filia
Die Moderatorin des Abends - Andrea Hansen - 
befragt Mechthild Spener und Johanne Feldkamp 
zur Arbeit von pro filia

The executive board of Frauen u(U)nternehmen with Peter Schnepper/IHK and the two pro filia representatives
Der Vorstand von Frauen u(U)nternehmen mit
Peter Schnepper/IHK und den beiden pro filia-Vertreterinnen

  • Jürgen Sager organisierte regelmäßige musikalische Vorträge -  zusammen mit zwei syrischen Mädchen. Der Erlös wurde wieder an pro filia gespendet:

Jürgen Sager with Mirna und Natali
Jürgen Sager mit Mirna und Natali

7.3 Bereits geplante Aktionen für 2020

  • Weitere Präsentationen wo möglich
  • Informationsstand auf dem Kreuzviertelfest am 22. und 23.8.2020 in Münster
  • Zwei Doppelkopfabende  - der erste findet am 20.3.2020 um 19 h im Bunten Vogel statt.
  • Teilnahme an der WN-Weihnachtsspendenaktion
  • Benefizfrühstück des Soroptimist Club Münster-Mauritz am 29.2.2020, 9.30 h.

7.4 Dank an UnterstützerInnen und SponsorInnen

pro filia kann die inzwischen doch sehr aufwändigen Aktivitäten nur mit Hilfe von freiwilligen UnterstützerInnen und SponsorInnen leisten:

  • Abc&D Designstudio für visuelle Kommunikation in München (Grafikdesign pro filia-Öffentlichkeitsmaterialien, Katalog Kunstauktion)
  • Botz GmbH (Verwaltungskosten)
  • Stefani Bültel (Übersetzung des Jahresberichts ins Englische)
  • Soroptimist Club Münster-Mauritz (Spenden und Unterstützung bei der Kunstauktion)
  • Zusätzliche SponsorInnen Kunstauktion: FH Münster (Personelle Unterstützung, Räumlichkeiten, Technik, Wachdienst), Andrea Hansen (Auktionatorin), Karin Triebold (rechtsanwaltliche Begleitung), Druckerei Tecklenborg (Druck Ausstellungskatalog), Gauby-Skusa GmbH (Versicherung der Kunstwerke), Vereinigte Volksbank Münster (Sonderkonto, EC-Einzugsgerät), Schatzinsel Münster (Bücher), roestbar (Kaffee), Gärtnerei Kemker  (Blumen), Kochkunst Münster (Tartes), Heri Koch (Musik), Chris Steinweg (Fotos), Hendrik Thul (Videoschnitt). 
  • Viele ehrenamtliche HelferInnen, die tatkräftig bei den Aktionen mitarbeiten.

pro filia dankt für das große Engagement aller UnterstützerInnen!

 

8. Situation des Vereins pro filia Ende 2019

8.1. Mitglieder

Ende 2019 hat pro filia 228 Mitglieder! Die nächste Mitgliederversammlung inklusive Wahl des Vorstands findet am 13.3.2020 um 19 Uhr in der Marientalstraße 78 in Münster statt.

 

8.2. Finanzen

Die beiden Kassenprüfer Hajo Schoo und Heiderose Wandres haben 2019 den Jahresabschluss 2018 geprüft und für korrekt befunden. Die Mitglieder entlasteten den Vorstand auf der Mitgliederversammlung am 17.5.2019. Auch das Finanzamt Münster hat am 19.7.2019 erneut einen Freistellungsbescheid erteilt.

2019 überwies pro filia rund 107.000 € an MAITI  -  ein  Rekord. Gut 80.000 Euro wurden in das Jahr 2020 übertragen  -  womit unsere nächste Überweisung an MAITI im Jahr 2020 abgesichert ist. Die Ausgaben in Höhe von rund 3.300 € (Projektvisiten-, Programmier-, Grafiker-, PC- und Bankkosten) wurden von Vorstands- und  Geschäftsführungsspenden oder durch Sponsoring bezahlt. In den ersten 8 Jahren des Bestehens von pro filia wurden die notwendigen Projektbesuche vor Ort zu 100% privat getragen.  2016 wurde vom Vorstand beschlossen, dass alle zwei Jahre zwei VertreterInnen von Vorstand und Geschäftsführung je 1.000 € Zuschuss für die Projektvisite erhalten  -  auch vollständig finanziert aus Vorstandsspenden! Alle Förderbeiträge und Spenden außerhalb des Vorstands gehen nach wie vor zu 100 % nach Nepal. 

Die detaillierte Bilanz 2019  -  wie bereits die Bilanzen 2008-2018  -  und alle Spenden über 1.000 Euro sind auch für 2019 auf unserer Website auf der Home-Seite unten rechts unter dem Punkt „Selbstverpflichtungserklärung“ eingestellt.

 

8.3. Vorstand und Geschäftsführung

2018 wurde der pro filia - Vorstand für 2 Jahre neu gewählt. Er hat folgende Mitglieder: Ina Specht, Josef Humbert, Brigitte Wierling, Jan Sprünken, Bernd Brixius (Kassenwart) und Mechthild Spener (Vorstandsvorsitzende). Geschäftsführerin bleibt Dr. Johanne Feldkamp. Die nächste Wahl findet auf der nächsten Mitgliederversammlung am 13.3.2020 statt.

Die Geschäftsführerin Dr. Johanne Feldkamp erhielt am 4. Dezember 2019 das Bundesverdienstkreuz für ihr ehrenamtliches Engagement:

Mayor Markus Lewe presenting the Order of Merits  Mayor Markus Lewe presenting the Order of Merits
Oberbürgermeister Markus Lewe überreicht das Bundesverdienstkreuz


8.4. Ausblick

Die größte Neuerung bestand 2019 darin, dass wir das Mutter-Baby-Heim für alleinstehende Mütter aufgebaut haben. Für 2020 hoffen wir, dass wir nicht nur den derzeitigen Stand beibehalten können  -  je 10 Plätze für Mütter und ihre Babys  - sondern in der Lage sind, das Angebot auszuweiten. Von den räumlichen Rahmenbedingungen her wäre das möglich.

Wir sind auch sehr gespannt auf die Durchführung des Ausbildungskurses zur Krankenschwesternhelferin, der 2020 erstmals in Pokhara startet.

Unser großes Ziel bleibt, möglichst viele Mädchen und Frauen in die Lage zu versetzen, eine Ausbildung zu absolvieren, eigenes Geld zu verdienen und ein menschenwürdiges Leben führen zu können. Wenn Schneeballeffekte entstehen wie in unseren Schneidereien und Schreibbüros, gibt uns das Hoffnung auf nachhaltig positive Entwicklungen. Mit zunehmender Bildung und einem eigenen Einkommen werden Frauen immer stärker den ihnen zustehenden Platz in der nepalesischen Gesellschaft besetzen und zu mehr Stabilität beitragen. Auch 2019 haben die pro filia-Mitglieder, KooperationspartnerInnen und viele SpenderInnen es uns ermöglicht, die dafür notwendige Unterstützung zu leisten. Ihnen allen von ganzem Herzen Dank dafür!

 


Februar 2020
Dr. Johanne Feldkamp
Geschäftsführerin pro filia e.V.