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Ergebnisse der pro filia Projekte 2020

 

 

Sonderprojekt:Quarantäne-Zentren

pro filia hat 2020 zwei Quarantänezentren in Kathmandu und in Jhapa finanziert. Hier wurden insgesamt 57 Mädchen/junge Frauen aufgenommen, die Opfer von Mädchenhandel, Vergewaltigung oder häuslicher Gewalt wurden und wegen eines Kontakts zu Coronainfizierten in Quarantäne mussten. Sieben brachten zusätzlich eigene kleine Kinder mit. Sie wurden nach 14 Tagen Quarantäne bei negativem Coronatest in andere Hilfsangebote weitervermittelt oder konnten zu ihrer Familie zurückkehren.

 

Projekt 1: Aufklärungskampagnen

  • Normalerweise werden durch Informationsveranstaltungen zu Mädchenhandel und Hilfsmöglichkeiten an Markttagen in den Dörfern viele Menschen erreicht. Das war 2020 ebenso wenig möglich wie Straßentheater und viele andere Veranstaltungen. Stattdessen entwickelte MAITI digitale Aufklärungskampagnen zu den Themen Mädchenhandel, Vergewaltigung und häuslicher Gewalt sowie Hilfsmöglichkeiten. Sie wurden nicht nur in Schulen, sondern auch im öffentlichen Radio verbreitet.

  • In der verbliebenen coronafreien Zeit konnten 47 GrenzpolizistInnen zum Thema Mädchenhandel und Hilfsmöglichkeiten geschult werden.

  • 95 SchülerInnen, StudentInnen und LehrerInnen wurden aufgeklärt über Menschenhandel, Hilfsnetzwerke und Schutzmöglichkeiten.

  • Schlüsselpersonen wie neu gewählte PolitikerInnen, JournalistInnen, BehördenmitarbeiterInnen wurden über das Thema informiert.

  • Am Internationalen Frauentag wurden 55 Frauen über ihre Rechte aufgeklärt, die diese Informationen in ihren Dörfern weitergaben.

  • Auf indischer Seite steigt das Interesse an der Grenzarbeit von MAITI und Erfahrungen werden ausgetauscht.


Projekt 2: Grenzbeobachterinnen

  • Im 1. Quartal 2020 konnten allein an der indischen Grenze in Pashupatinagar 82 junge Mädchen aufgehalten werden.

  • 25 junge Frauen brachen ihre Reise von sich aus ab, nachdem sie an der Grenze über die Gefahren aufgeklärt wurden.

  • Weil von April bis Dezember in Nepal wegen der Pandemie die Grenzen zu den Nachbarländern geschlossen wurden, konnten in diesem Zeitraum auch die Grenzbeobachterinnen nicht ihrer Arbeit nachgehen.

  • Im letzten Quartal 2020 organisierten sie aber zusammen mit GrenzpolizistInnen Kontrollen an Schleichwegen nach Indien. 21 junge Mädchen konnten so abseits des offiziellen, aber geschlossenen Grenzübergangs aufgehalten werden!


Seit 2019 finanziert pro filia zusätzlich einen Beobachtungsposten an der Autostraße, die von Dhulikhel in Nepals Osten und nach Indien führt. In Kavre wurden 2020 von Maiti-Vertreterinnen in Zusammenarbeit mit der Autobahnpolizei

  • 5220 Autos überprüft

  • 1047 Beratungen zu Mädchenhandel und Hilfsangeboten durchgeführt

  • 987 junge Mädchen/Frauen, die bei der Behörde vor Ort einen Reisepass beantragten, über die Gefahren informiert

  • 1703 Info-Sets verteilt

  • von sechs aufgehaltenen Mädchen vier zu ihren Familien zurückgebracht - zwei kamen in das MAITI-Schutzhaus in Kathmandu.

  • 11 als vermisst gemeldete Mädchen gefunden.

Grundsätzlich galt 2020, dass

  • die Grenze zu Indien 9 Monate geschlossen war

  • es wenig Verkehr auf den Straßen gab

  • bei möglichen Kontrollen es durch die Corona-Schutzmasken oft schwierig war, das Alter der Mädchen/Frauen im Vorbeigehen zu erkennen und

  • direkte Gespräche mit Abstand geführt werden mussten, was den Kontakt sehr erschwerte.


Projekt 3: Das Schutzhaus Pashupatinagar

  • Wie jedes MAITI-Schutzhaus wurden auch in Pashupatinagar zwei Isolationsplätze eingerichtet, in denen neu aufgenommen junge Mädchen bis zum Erhalt des Coronatestergebnisses leben.

  • Das Schutzhaus intervenierte 2020 erfolgreich bei insgesamt 82 Mädchen/junge Frauen - von denen acht 14 Jahre alt oder jünger waren - und bewahrte sie damit vor der Gefahr, verkauft zu werden.

  • 59 junge Frauen konnten nach Hause zurückgebracht werden.

  • 2020 wurden vom Schutzhaus 12 vermisste Mädchen gesucht, von denen MAITI 4 ausfindig machen und nach Hause zurückbringen konnte.

  • Das Schutzhaus ist auch der zentrale Ansprechpartner bei weiteren Gewalttaten gegen Mädchen/junge Frauen dar - z. B. bei häuslicher Gewalt. In Gesprächen mit allen Beteiligten wird dann nach Lösungen gesucht.



Projekt 4: Das Reha-Heim Itahari

  • 2020 wurden 17 Mädchen/junge Frauen im Reha-Heim betreut. Sie konnten eine Schneiderinnenausbildung absolvieren und erhielten viele Informationen ihren zukünftigen Alltag betreffend - wie z.B. Schutz vor HIV, Gefahren früher Heirat, Geburtenkontrolle, Frauenrechte, Hilfsmöglichkeiten und Schutz gegen Menschenhandel.

  • 4 der jungen Frauen waren vergewaltigt worden, 7 Opfer häuslicher Gewalt, eine bereits Opfer von Mädchenhandel geworden.

  • Von 12 als vermisst gemeldeten Mädchen konnten 5 gefunden werden.

  • Bei kriminellem Geschehen wie Vergewaltigung, Mädchenhandel etc. wurde Anzeige erstattet.



Projekt 5: Das Mutter-Baby-Heim

  • 2020 befanden sich trotz Corona insgesamt 11 alleinstehende schwangere Mädchen/Frauen und Mütter und ihre 11 Babys in unserem Heim. Sie waren zwischen 14-25 Jahre alt - im Durchschnitt 18 Jahre.

  • Durch Vermittlung von MAITI wurden 2020 vier der Mütter mit ihren Babys wieder von ihrer Familie aufgenommen, eine zog zum Vater des Kindes, sechs befanden sich bei Jahreswechsel noch im Heim.



Projekt 6: Ausbildungsangebote

  • Im Rehaheim erhielten 17 Mädchen die Möglichkeit, eine Ausbildung zur Schneiderin zu machen.

  • Die Trainings im Computer-Ausbildungszentrum konnten 2020 wegen Corona ebenso wenig durchgeführt werden wie die zur Imkerin, zur Pilzfarmerin und zur Köchin.

  • 10 Mädchen/Frauen absolvierten die Ausbildung zur Krankenschwesternhelferin.

  • 3 junge Frauen wurden zur e-Rikscha-Fahrerin ausgebildet.



Projekt 7: Schaffung von Arbeitsplätzen

  • Insgesamt gibt es zurzeit 8 Schreibbüros. Mehrere haben inzwischen damit begonnen, selbst Trainings für Computerkompetenzen für interessierte junge Mädchen anzubieten.

  • Die bestehenden zehn Schneidereien arbeiten alle und haben damit begonnen, sich zu vergrößern und zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Außerdem bieten einige inzwischen Trainings zur Schneiderin für junge Mädchen aus der Umgebung an.

  • Alle Krankenschwesternhelferinnen beendeten den Ausbildungskurs regulär, 8 von 10 fanden danach eine Stelle oder traten eine weitere Ausbildung an.

  • Damit die e-Rikscha-Fahrerinnen beruflich tätig werden und eigenes Geld verdienen können, überwies pro filia das Geld für 75 % der Anschaffungskosten von 3 Rikschas. Die restlichen 25% finanzieren die Frauen über einen Bankkredit, den sie von ihren Einnahmen abzahlen.